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Perfekt aufgeschoben | Adrian Goldner

Perfekt aufgeschoben

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Perfekt aufgeschoben

Neben dem Singen sind meine Aufgaben bei meiner Band ANDERS vielfältig: Am einen Tag muss ich einen neuen Abschnitt auf unserer Webseite korrigieren und am anderen soll ein neuer Flyer entworfen werden, während das neue Arrangement noch mal überarbeitet werden muss. Man könnte meinen, die zeitliche Aufteilung und Prioritäten dieser Aufgaben sind offensichtlich. Doch mit welcher Aufgabe verbringe ich die meiste Zeit? Richtig, 2-3h allein habe ich gebraucht, nur diesen Flyer zu bearbeiten. Und das war noch nicht mal ein neues Design. Am Ende hing ich aber stundenlang nur an diesem Entwurf fest und schob Pixel etwas hin und her, anstatt zu arrangieren.

Tendenzen wie diese haben wir vermutlich alle, tagesformabhängig mal mehr und mal weniger ausgeprägt. Dennoch bestätigte sich darin ein Muster, das ich über die Jahre bei mir selbst beobachtet habe.

Das Problem mit dem Perfektionismus

Wer mich kennt, weiß inzwischen vielleicht, dass ich ein Mantra habe, das mir mindestens so viel schadet, wie es mir hilft: hohe Qualität, überall. Ich habe schon mehrmals schmeichelnde Komplimente zu hören bekommen wie „Wow, ich fühle mich, als hätte ich bei all deiner Arbeit immer die besten Leistungen gebracht“ „Wie kannst du immer so hochwertige Arbeit abliefern?“

Dabei ist die Antwort leider so einfach wie ernüchternd: Perfektionismus.

Ja, ich bin bekennender Perfektionist. Na und?

Perfektion vs. Perfektionismus

Perfektion an sich ist in unserer Gesellschaft extrem positiv behaftet. Wenn etwas perfekt ist, ist es makellos und am ehesten so, wie man es sich im Idealfall vorstellt oder wünscht. Das einzige Problem an der Perfektion ist, dass sie definitionsgemäß nicht zu erreichen ist, zumindest nicht, wenn man davon ausgeht, dass jeder Mensch zu Fehlern neigt. Hinzu kommt, dass sich die Wahrnehmung von Perfektion bei jedem Menschen massiv unterscheidet.

Perfektion ist also auch Geschmackssache, über die sich bekanntlich streiten lässt.

Perfektionismus hingegen ist ein Laster. Er beschreibt den Drang, etwas bis zur Perfektion ausführen zu müssen. Allerdings gehen wir davon aus, dass Perfektion abhängig vom individuellen, eigenen Geschmack ist. Somit orientieren sich Perfektionisten immer an sich selbst. Und da wir mit uns selbst immer am härtesten ins Gericht gehen, ist die Gefahr sehr hoch, die eigene Grenze der Perfektion unrealistisch hoch anzusetzen.

Interessant sind die Makel, die Geschichten vom Versagen, Fehler, die schiefen Töne, die Emotionen und Beziehungen zwischen Menschen, die sie erzählen.

Diese unrealistischen persönlichen Perfektionsansprüche konnte ich unzählige Male beobachten, nicht nur an mir selbst. Zu einem großen Teil betrifft das naturgemäß auch Künstler, Musiker und andere kreative Menschen. Mit Symptomen wie, Projekte niemals – oder eben fast nie – abzuschließen, die dann auf ewig in den Schubladen versickern.

Kunst darf nicht perfekt sein

Dabei vergessen wir so schnell, dass Perfektion in der Kunst (und offen gestanden in fast jedem anderen Gebiet) das Gegenteil von dem ist, was wir als Künstler auszudrücken versuchen. Perfektion wirkt nämlich häufig steril und unemotional und schafft eine unnatürliche Distanz zum Publikum. Es fällt Menschen einfach schwer, sich mit perfekten Persönlichkeiten zu identifizieren. Interessant sind die Makel, die Geschichten von Versagen und Fehlern, Probleme, die schiefen Töne, Emotionen und die Beziehungen zwischen den Menschen, die sie erzählen.

Perfektionismus ist hier deshalb fehl am Platz, weil es nach etwas strebt, das nicht erstrebenswert ist.

Und jetzt?

Okay, jetzt weißt du, warum ich Perfektionismus – und das Dilemma der Perfektion – für ein wichtiges Thema halte. Selten habe ich gehört, wie darüber offen geredet wurde. Dabei kann uns unser eigener Perfektionismus so sehr blockieren, dass wir unsere persönlichen Herzens-Projekte nie zu Ende bringen. Er hindert uns in manchen Fällen sogar komplett an einer erfolgreichen Berufsausübung.

Im nächsten Artikel schreibe ich, wie ich auf das Thema aufmerksam wurde und erzähle die Geschichte, meines eigenen Perfektionismus und wie ich plane, ihn zu überwinden.

Folge mir, um mich auf meiner Reise zu begleiten, in der ich meinen eigenen Perfektionismus versuche zu überwinden. Teil meiner Reise ist es, sie mit euch zu teilen.

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