Glossar
Falsett beim Singen
Falsett ist ein Teil der Stimme, kein Fehler. Wann du es wählst, warum es im Popchor selten trägt und was der Mund in der Höhe damit zu tun hat.
Falsett ist das Register, in dem die Stimme mit verhältnismäßig wenig Muskelarbeit in die Höhe kommt. Im Falsett ist mehr Luft zu hören als in den volleren Registern. Für mich ist es ein Teil der Stimme und kein Fehler, ich singe selbst sehr viel im Falsett.
Wählen oder darin landen
Der Knackpunkt ist zu wissen, wann du dich für das Falsett entscheidest und wann für etwas anderes. Ist die Stimme an einem Tag angestrengt, ist es ein Backup, auf das ich mich auf der Bühne verlassen kann. Etwas anderes ist es, wenn du im Falsett singst, weil gerade nichts anderes geht.
Deshalb empfehle ich, das Falsett auch bewusst zu benutzen und nicht nur zu vermeiden. So bekommst du ein genaueres Gefühl dafür, wann du drin bist und wie du es abrufen kannst.
Im Popchor
Im klassischen Chor ist das Falsett im Sopran das bequeme Standardregister, und es wird dort über Jahre eingeübt. Im Pop klingt es als durchgängiges Hauptregister ungewohnt, aktuelle Popsängerinnen nutzen es eher vereinzelt oder als Effekt. Vom Pult höre ich an hohen Stellen im Chor zuerst an der Luft im Klang, dass eine Stimmgruppe im Falsett ist: Der Ton klingt lascher und hohler. Hängt eine Gruppe latent zu tief, lohnt sich der Blick aufs Falsett auch für die Intonation.
Der Mund in der Höhe
Ein weit geöffneter Mund zieht die Stimme in der Höhe tendenziell ins Falsett. Wer Falsett will, darf ihn öffnen. Für einen poppigen, brustigen Klang, für Curbing und Neutral öffne ich ihn in der Höhe nicht weit. Die Ausnahme ist Overdrive, dort hilft es, den Mund vertikal weiter zu öffnen.
Laut singen geht auch mit offenem Mund, und im Falsett einigermaßen. Das ist dann aber ein anderes Laut, mit einem anderen Klang.
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