Glossar
Twang beim Singen
Twang ist eine Verengung direkt über den Stimmlippen. Sie macht den Ton heller und stabiler, in jeder Lautstärke, und ist nicht dasselbe wie Metall.
Twang ist eine Verengung direkt über den Stimmlippen. Kehlkopfdeckel und Stellknorpel nähern sich an, der Kehlkopfausgang wird enger, wie stark, ist von Mensch zu Mensch verschieden.1 Ich erkläre das über den Daumen auf dem Gartenschlauch. Der Ton wird heller, schärfer und lauter, ohne dass du mehr Kraft hineingibst.
Für mich ist Twang eine Stellschraube und kein Effekt. Du kannst ihn in jeder Lautstärke und Tonhöhe dazunehmen oder wegnehmen, auch im Piano und auch im Falsett. Ein bisschen Twang ist fast überall dran, im Pop ganz besonders, und trotzdem reden sehr wenige darüber.
Wozu er gut ist
Ich erkläre das über einen Gegendruck zum Luftstrom, der die Schwingung der Stimmlippen stabilisiert. In einer Computersimulation von Ingo Titze ließ sich die Wirkung einer Verengung an den Lippen, wie beim Strohhalm, auch über einen engeren Kehlkopfausgang zusammen mit einem festeren Stimmlippenschluss erreichen.2 Twang trainiere ich deshalb für beides, für die Klangfarbe und für die Stabilität.
Dosieren statt anschalten
Maximal viel Twang klingt nach Ente, und die will niemand hören. Zum Finden ist die Übertreibung gut, zum Singen fast nie. Schon 10 bis 20 Prozent mehr Twang können einen deutlichen Unterschied machen. Aggressiv eingesetzt klingt er scharf und angestrengt, und nicht an jeder Stelle ist er der wichtigste Hebel.
Twang ist nicht Metall
Metall kommt ab etwa Lautstärke 4 von selbst in den Klang. Twang bekommst du auch leise.
Vertiefende Artikel
- Twang beim Singen: Wirkung und sinnvolle Dosierung
- Twang und Metall beim Singen: der Unterschied
- Klangfarbe beim Singen verändern
Verwandte Begriffe
Vertiefende Artikel
2 ArtikelQuellen
- Jelinger J, Perta K, Lee J, Wiksten N, Bae Y (2024): Oropharyngeal and Aryepiglottic Narrowing for Twang: A Magnetic Resonance Imaging Study. Journal of Voice ↩
- Titze IR (2006): Voice Training and Therapy With a Semi-Occluded Vocal Tract: Rationale and Scientific Underpinnings. Journal of Speech, Language, and Hearing Research 49(2), 448 bis 459 ↩
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